Gute Qualifikation, schwache Leistung: 5 Anzeichen, die Führungskräfte früh erkennen sollten

Warum bleiben manche Mitarbeitende trotz guter Qualifikation hinter den Erwartungen zurück? Fachliche Kompetenz allein ist noch keine Garantie für gute Leistungen. Auch die individuellen Antreiber, das Arbeitsumfeld und die Anforderungen einer Position beeinflussen, wie Menschen ihre Fähigkeiten einsetzen. Für Führungskräfte lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen. Diese fünf Anzeichen können darauf hindeuten, dass die aktuelle Tätigkeit nicht optimal zur Person passt.
1. Werte und Motive passen nicht zur Aufgabe
Mitarbeitende können fachlich bestens für eine Aufgabe geeignet sein und trotzdem wenig Motivation dafür entwickeln. Das kann beispielsweise passieren, wenn ihre persönlichen Antreiber bei der täglichen Arbeit kaum angesprochen werden.
Woran Führungskräfte das erkennen: Die Leistung unterscheidet sich deutlich je nach Aufgabentyp. Bestimmte Tätigkeiten werden engagiert erledigt, während bei anderen die Motivation schnell nachlässt.
2. Die Rolle entspricht nicht den individuellen Stärken
Jede Position stellt unterschiedliche Anforderungen an die Mitarbeitenden. Wer beispielsweise gerne im Austausch mit anderen arbeitet, kann Schwierigkeiten mit einer Tätigkeit haben, die überwiegend selbstständiges Arbeiten erfordert.
Woran Führungskräfte das erkennen: In Meetings und bei gemeinsamen Projekten bringt sich die Person aktiv ein und erzielt gute Ergebnisse. Bei ihren eigentlichen Kernaufgaben bleibt sie dagegen hinter den Erwartungen zurück.
3. Die Zusammenarbeit im Team kostet Energie
Unterschiedliche Arbeitsweisen, Erwartungen und Wertvorstellungen können die Zusammenarbeit erschweren. Das wirkt sich unter Umständen auch auf die Leistung einzelner Teammitglieder aus.
Woran Führungskräfte das erkennen: Bei eigenständigen Aufgaben liefert die Person gute Ergebnisse. Sobald mehrere Teammitglieder beteiligt sind, kommt es häufiger zu Verzögerungen, Missverständnissen oder Konflikten.
4. Individuelle Stärken sind nicht ausreichend bekannt
Führungskräfte wissen häufig, über welche fachlichen Fähigkeiten ihre Mitarbeitenden verfügen. Welche Aufgaben ihnen besonders liegen, was sie motiviert und unter welchen Bedingungen sie ihr Potenzial am besten entfalten, ist dagegen nicht immer klar.
Woran Führungskräfte das erkennen: In Mitarbeitergesprächen fällt es schwer, konkrete Stärken zu benennen. Entwicklungsziele orientieren sich hauptsächlich an den Anforderungen der Position und berücksichtigen die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse nur wenig.
5. Die Anforderungen haben sich verändert
Mit der Zeit verändern sich Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Mitarbeitende übernehmen beispielsweise Führungsaufgaben, koordinieren größere Projekte oder arbeiten stärker bereichsübergreifend. Damit verändern sich auch die Anforderungen an ihre Rolle.
Woran Führungskräfte das erkennen: Eine Person, die über Jahre gute Leistungen erbracht hat, zeigt nach einer Veränderung ihres Aufgabenbereichs zunehmend Schwierigkeiten. Besonders auffällig wird das, wenn neue Tätigkeiten einen großen Teil des Arbeitsalltags einnehmen.
Was Führungskräfte daraus mitnehmen können
Wenn qualifizierte Mitarbeitende hinter den Erwartungen zurückbleiben, lohnt sich ein genauer Blick auf ihre Aufgaben, die Zusammenarbeit im Team und ihre individuellen Motive.
Eine wissenschaftlich validierte Motivationsanalyse wie der Personal Profiler von Profile Dynamics kann dabei helfen, persönliche Antreiber und Bedürfnisse besser zu verstehen. Der zugrunde liegende Fragebogen wurde unter anderem an der Universität Groningen validiert und von COTAN, dem niederländischen Gremium zur Bewertung psychologischer Testverfahren, geprüft.
Entscheidend ist, frühzeitig das Gespräch zu suchen und gemeinsam herauszufinden, welche Veränderungen sinnvoll sein könnten.


